„Dual Use – Ambivalente Wissenschaften“ – Ausstellung an der Freien Universität Berlin

Dual Use bezeichnet die doppelte oder mehrfache Verwendbarkeit von Forschung sowohl für zivile als auch militärische Zwecke. Das zentrale Ziel der Wissenschaften, gesellschaftliche Verhältnisse menschenwürdiger zu machen, kann so unter Umständen in das Gegenteil verkehrt und Erkenntnisse missbraucht und genutzt werden. Daraus erwachsen soziale Gefährdungen oder ökologische Schäden, die eine verantwortungsbewusste universitäre Forschung mitdenken und kritisch diskutieren muss.
Unter den Aspekt des Dual Use fallen sowohl Hervorbringungen von „Wissen“, durch das Machtasymmetrien oder Diskriminierungsformen aufrechterhalten und verstärkt werden können, als auch „Technologien“ und „Artefakte“, die eigentlich von Menschen für friedliche Zwecke entwickelt und hergestellt worden sind, aber auch für gesellschaflich schädigende Zwecke eingesetzt werden.
Der Campus Dahlem selbst liefert außerordentlich bedeutsame wissenschafsgeschichtliche Zeugnisse für die Dual Use-Problematik. Ein Beispiel ist die intensive Forschung an der Stickstoffchemie vor 100 Jahren, personifziert durch Fritz Haber im inzwischen gleichnamigen Institut der Max-Planck-Gesellschaft, die der Welt sowohl Kunstdünger für die Landwirtschaft aber auch Sprengstofe brachten.

In der Ausstellung geht es um gegenwärtige Dual Use-Herausforderungen an der FU Berlin, die beispielhaft aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven beleuchtet werden. Die Ausstellung bietet sowohl vielfältige Informationen zur kritischen und verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit der Thematik als auch Dialoge zum Weiterdenken mit ausgewählten Kunstobjekten von acht internationalen Künstler*innen: Chan Sook Choi, Chelsea Leventhal, Douglas Henderson, Gretta Louw, Marcus Ahlers, Ruben Aubrecht, Peer Kriesel und Helena Her. Sie brechen mit ihren Beiträgen den rein informativen Charakter der Ausstellung auf und öffnen Spielräume für neue gesellschaftliche und universitäre Denk- und Betrachtungsansätze.

Fotos: Maria Schlosser
Kurator: Jason Benedict

27.10.– 8.11.2023 | Vernissage: 26.10. ab 17:30 Uhr

Zeit und Ort
Die Ausstellung „DUAL USE – Ambivalente Wissenschaft“ ist vom 27. Oktober bis 8. November 2023 während der regulären Öffnungszeiten des Henry-Ford-Baus, montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 18.00 Uhr sowie zu Sonderöffnungszeiten bei öffentlichen Veranstaltungen zu sehen.

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Freie Universität Berlin, Henry-Ford-Bau
Garystraße 35
14195 Berlin